Meine Wärter versuchen weiterhin mich
mit kleinen Objekten an Schnüren zu locken und zu reizen.
Ich habe beobachtet wie sie sich den Bauch
mit frischem Fleisch voll schlagen, während sie mir nur
zerstampfte gekochte Reste von toten Tieren mit kaum definierbarem
Gemüse vorsetzen.
Die einzige Hoffnung die mir bleibt, ist die
einer baldigen Flucht. Währenddessen erlange ich Genugtuung
in dem ich das eine oder andere Möbelstück zerkratze
Morgen werde ich mal wieder eine Zimmerpflanze
fressen.
Heute habe ich es beinahe geschafft, einen
Wärter durch Schleichen zwischen den Beinen zu Fall zu
bringen und ihn dadurch zu töten. Ich muss einen günstigen
Moment abpassen, zum Beispiel wenn er sich auf der Treppe
befindet.
Um meine Anwesenheit abstoßender zu
gestalten, zwang ich Halbverdautes wieder aus meinem Magen
auf einen Polstersessel. Das nächste Mal ist das Bett
dran.
Mein Plan, ihnen durch den geköpften
Körper einer Maus Angst vor meinen mörderischen
Fähigkeiten einzuflößen ist auch gescheitert.
Sie haben mich nur gelobt und mir Milchdrops gegeben.
Was wiederum gut ist, weil mir davon schlecht wird.
Heute waren viele ihrer Komplizen da. Ich
wurde für die Dauer deren Anwesenheit in Einzelhaft gesperrt.
Ich konnte hören, wie sie lachten und aßen. Ich
hörte, dass ich wegen einer "Allergie" eingesperrt
wurde. Ich
muss lernen, wie ich diese Technik perfektionieren und zu
meinem Vorteil nutzen kann. Die anderen
Gefangen sind Weicheier und wahrscheinlich Informanten.
Der Hund wird oft frei gelassen, kommt aber
immer wieder Freude strahlend zurück. Er ist offensichtlich
nicht ganz dicht.
Der Vogel dagegen ist garantiert ein Spion.
Er spricht oft und viel mit den Wärtern. Ich glaube,
dass er mich genauestens beobachtet und jeden meiner Schritte
meldet. Da er sich in einem Stahlverschlag befindet, kann
ich nicht an ihn ran.
Aber ich habe Zeit. Mein
Tag wird kommen....